Novogrudok

Das Festival der mittelalterlichen Kultur in Novogrudok

Ritterfestival in Novogrudok

Das Festival in Novogrudok


Seit kurzer Zeit verwandelt sich Novogrudok für 2 Tage im Jahr zum Zentrum von Weißrussland. Aber nicht in ein modernes Zentrum, sondern ins Zentrum des Mittelalters. Seit dem Jahr 2000 findet in Novogrudok das "Festival der mittelalterlichen Kultur" statt. Bei der Standortentscheidung für das größte, weißrussische Ritterfestival gab es keinen Zweifel, daß Novogrudok eine ideale Festivalstadt ist. Das Altertum hat auf den Hügeln Novogrudoks Bestand, was auch den Festivalsorganisatoren sehr gut passte. In Europa sind solche Feste überall verbreitet. In Weißrussland aber waren Veranstaltungen solcher Maßstäbe noch nicht bekannt.


Was ist eigentlich das Festival in Novogrudok? Erstens ist es das Zusammenkommen der Vertreter von etwa 200 Ritterklubs aus Weißrussland, Russland, der Ukraine und Polen. An einem Wochenende vermischen sich die Zuschauer mit den Rittern in ihrer glänzenden Rüstung und deren anmutig angekleideten Herzensdamen, so daß sich Novogrudok in eine mittelalterliche Hauptstadt umwandelt.


Ihr Lager schlagen die Ritter ganz nah von Novogrudok auf einem malerischen Platz am Fuß des Schloßberges auf. Hier finden auch die Hauptaufführungen statt: Es werden Ritterzweikämpfe durchgeführt, den Gästen werden Übungen im Armbrustschießen angeboten, im Burggraben kämpfen die Ritter auf Pferden. Der Ritterzweikampfplatz gehört wohl zu einem der interessantesten Schauspiele des Festivals. Hier zeigen die Reiter ihr Geschick im Reiten, hier kann man auch die Übung “Schlag des Sarazenen” beobachten, die die Kreuzritter aus dem weiten Palestina gebracht haben. Diese Übung wird auf folgende Weise gemacht: beim Reiten wirft der Reiter seinen Spieß aufs Ziel – einen kleinen drehenden Schild. An der Gegenseite des Schildes ist ein ziemlich schweres Laststück so befestigt, daß es den Ritter automatisch beim vorbeireiten schlägt. Wichtig ist nicht nur das Ziel zu treffen, sondern auch dem Gewicht aus dem Wege zu gehen. Das Publikum ist sehr begeistert - nicht nur, weil es viele der jungen Ritter aus dem Sattel hebt.


In der Nacht schläft die Stadt nicht. Im Gegenteil: Alles wird lebendiger. Beim Fackellicht kämpfen die Ritter weiter mit Langschwerten oder kurzen Klingen. Auch die Musiker spielen die mittelalterliche Musik. Und die Gäste, die "extreme" Erlebnisse mögen, geben sich der Liebe direkt auf dem Schloßgelände hin. In solchem Fall hat man allerdings gute Chancen, den Rest der Nacht im Miliz-Revier zu verbringen.


Der Sturm des Schloßberges ist der Höhepunkt des Festivals. Diese Massenaufführung stellt immer historische, echten Kämpfe um Novogrudok dar. Zum Beispiel im Jahr 2004 haben die Organisatoren des Festivals den Angriff von den Rittern des Teutonischen Ordens auf das Schloß in Novogrudok 1394 nachgestellt. Daß die Schauspieler sehr ernsthaft und echt ihre Rollen spielen, zeugen im Nachhinein ihre beschädigte Rüstung und manchmal auch echte Verletzungen der Ritter.


In den letzten Jahren ist das Festival immer populärer geworden, immer wieder wird es von der Stadtverwaltung gründlicher vorbereitet. Durch das große Interesse an dem Festival bietet sich die Möglichkeit das Projekt für den Wiederaufbau des Novogrudok-Schlosses zu nutzen. Seine Skizzen werden immer noch in den Stadtarchiven aufbewahrt. Und wenn das zustande kommt, kann sich jeder selber vergewissern, daß die Unbezwingbarkeit der Festung von Novogrudok im Mittelalter eine wahre Geschichte ist.


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