Novogrudok

Mindowg

 Grab des Mindowg in Novogrudok

Mindowg



Die echte historische Bedeutung von Novogrudok ist mit den Zeiten verbunden, als auf den Fürsten-Thron Mindowg eingeladen wurde. Er war einer der Führer von litauischen Heiden. Zum ersten Mal wurde Mindowg in der Ipatij-Chronik 1219 erwähnt. Zu der Zeit war Novogrudok Haupstadt eines kleinen slawischen Fürstentums, das an den baltischen Stamm Litwa grenzte. In Litwa führten baltische Fürsten untereinander Fehden, so daß viele dann ihre Böden verloren hatten. Nur mit Heerresten geblieben suchten sie nach dem Obdach bei den slawischen Nachbarfürstentümern. Für das Obdach baten sie ihre Schwert-Unterstützung in Polozk, Pskow, Novogrudok.


Eine Sage erzählt: einmal kamen an das Schloßtor von Novogrudok einige ermüdete Reiter. Das waren bewaffnete Krieger, in Fell gekleidet, auf den schweren Pferden. Einige waren verwundet. Man konnte sofort feststellen, daß es die aus litauischen Wäldern verbannten Balten waren. Auf die Wächterfrage hat Führer Mindowg seinen Namen genannt. So ließ man den litauischen Fürsten und seine Leute in das Schloß. Zum ersten Mal fühlte sich Mindowg außer Gefahr nach den vielen Tagen Flucht in den Wäldern.


So ungefähr erschien Mindowg im Novogrudok-Schloß. Zu der Zeit hatte das Rat in Novogrudok ein Problem – ein neuer Fürst mußte verkündet werden. Und grade Mindowg passte sehr gut auf diesen Thron: er war eine neutrale Person und dazu noch Gleichgesinnte vom gestorbenen Fürst von Novogrudok Wladimir. Die Hauptbedingung war: um Fürst von Novogrudok zu werden musste Mindowg in das Christentum übergehen.


Der Gustynski-Chronik nach, Mindowg ließ sich nach den orthodoxen Bräuchen taufen. Die anderen Quellen erzählen, daß Mindowg bis 1252 Heide blieb. Aber wegen des Kampfes mit dem Fürstentum Galizino-Wolynsk war er gezwungen Übereinkommen mit Liwonia abzuschließen. Laut diesem Übereinkommen musste Mindowg katholisch sein. So fand die katholische Taufe im Jahr 1252 in der Stadt Kernowo statt. Kernowo war damals die alte Residenz litauischer Fürsten. Gekrönt wurde Mindowg in Novogrudok. Mit Recht kann man Novogrudok für Entstehungskern und Hauptstadt des Großen Fürstentums Litauen halten.


Als Mindowg schon Fürst von Novogrudok war, war es ihm gelungen, unter seiner Macht Böden von Novogrudok, Ostböden des heutigen Litauens und ein Teil Polozker Böden zu einem Staat zu vereinigen, der später zum Großen Fürstentum Litauen wurde.


Im Jahr 1260 verlor der Liwonische Order den Krieg gegen litauische Heeren. Aber auf den litauischen Böden Kuronia und Shamojtia erhebte man sich gegen Kreuzzugkrieger. Die Grundherren aus Shamojtia baten Mindowg um die Hilfe gegen Kreuzzugkrieger. Mindowg bricht die Beziehungen zu dem Liwonischen Order, hilft Shamojtia, sagt sich den katholischen Glauben los, ist wieder Heide. Nach Mindowgs Sieg über Kreuzzugkrieger reift gegen ihn das Komplott der Grundherren aus Shamojtia heran.


Mindowg starb mit nicht natürlichem Tod, was in den Zeiten für die Herren der Welt sehr üblich war. 1262 kommt Mindowg nach Rom bei Papst Urban IV um Erbarmen bitten und tritt offiziell in den katholischen Glauben zurück. Im Jahr 1263 wurde der erste Fürst des Großen Fürstentums Litauen Mindowg zusammen mit seinen Söhnen Repenia und Ruklia von dem Fürsten Dawmont und dem Fürsten Troniat – rechte Hand von Mindowg – getötet.


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