Novogrudok

Adam Mizkewitsch

Adam Mizkewitsch in Novogrudok

Adam Mizkewitsch. Ein großer Dichter aus Novogrudok



Der belorussische und polnische Dichter Adam Mizkewitsch ist doch belorussischer Herkunft. Der polonisierte Belorusse Mizkewitsch nannte sich Litwin (litauisch) und wählte für seine Werke die polnische Sprache.


Adam Mizkewitsch wurde in einem Bauerngut nicht weit von Novogrudok geboren in der Familie des verarmten adligen Rechtsanwaltes Nikolai Mizkewitsch. Im Jahr 1815 war Adam Mizkewitsch an der Mathematik-Fakultät an der Universität in Wilno immatrikuliert. Mit der Zeit versteht aber Adam, daß genaue Wissenschaften nicht für ihn sind und wechselt das Lehrfach. Jetzt studiert er an der historisch-philologischen Fakultät.


Hier entsteht damals ein Geheimverein der Studenten-Philomaten (Freunde der Wissenschaften). Einer der Vereinsleiter wird der junge Adam. Seine ersten Werke schreibt er unter dem Einfluß philomatischer Ideen. Diese Gedichte stellen einen hübschen romantischen Helden dar, der für die Freiheit des litauischen und des belorussischen Volkes kämpft. An der Universität hält man solche Werke für nicht erlaubt und er wurde durch eine bescheidene Stelle eines Lehrers in der provinziellen Schule in Kowno bestraft. In dieser Zeit erlebt der Philomaten-Verein Deformation und wandelt in den Verein der Philareten (Freunde der Barmherzigkeit) um.


Mizkewitsch iniziiert Entstehung vieler Massenorganisationen von Jugendlichen, wo man neue Mitglieder für Philareten vorbereitet. Besonders rebelliert ist in der Zeit sein Werk „Oda an die Jugend“. Mit diesem Text auf den Lippen nahmen polnische und belorussische Rebelle am Aufstand 1830 teil. Zugleich schreibt Adam Mizkewitsch ein Zyklus der romantischen Balladen, die 1822 im 1. Band seiner Werke erscheinen. Zu diesem Zyklus gehören auch die weltweit berühmten Gedichte „Ich liebe!“, „Romantische Stimmung“, „Das Fischlein“. Das Sujet für seine Werke findet Adam sehr oft in den belorussischen Volkssagen und –liedern.


Während seiner Arbeit in der Provinzschule verliebt sich Mizkewitsch in Marylja Weraschatschka. Sie lernen einander in den Sommerferien kennen. Das war im Gutshof in Tuganowitschi, nicht weit von Novogrudok. Seine besonders sanften und liebesvollen Gedichte widmet Adam diesem Mädchen. Aber Marylja war schon mit dem Graf Putkomer verlobt, den sie später auch heiratet. Zu der Zeit stirbt die Mutter von Adam Mizkewitsch.


Der Tod seiner Mutter und die unglückliche Liebe schwächen ihn, so daß er aus gesundheitlichen Gründen Urlaub nimmt und nach Wilno umzieht. Hier schreibt er 1823 sein berühmtes Poem „Grashina“, in dem es sich um die Geschichte von Belarus und Litauen handelt. In Wilno beginnt Mizkewitsch sein sehr philosophisches Werk „Dedy“, an dem er viele Jahre gearbeitet hat. Nachdem die ersten Kapitel dieses Poems veröffentlich wurden, ist Mizkewitsch von Warschauer Kritikern angegriffen. Sie sind unzufrieden, daß das Werk sehr belorussisch geworden ist. Trotz dessen hat dieses Poem in der Heimat von Mizkewitsch – in Belarus - den belorussischen Menschen sehr gut gefallen. Sie waren begeistert von seinem Talent und der Stärke seines Wortes.


Die Regierung aber war gar nicht begeistert von Mizkewitsch’ Tätigkeit. Und als Ergebnis dieser Unzufriedenheit wurde Adam 1823 verhaftet. Seine Gleichgesinnten versuchten alles mögliche zu machen. Das hat aber nicht geholfen und man depportiert Mizkewitsch in die zentralle Region Russlands. Im November 1824 kommt Adam nach Sankt-Petersburg, wo er auf seine Verurteilung warten muß. Hier lernt er Dekabristen kennen und bekommt von ihnen die Aufgabe, die russischen Patrioten mit Patrioten aus Belarus und Polen zu nähern. Die Depportationsortschaft war noch nicht klar, so daß er entscheidet, auf die Krim zu kommen. Dort schreibt Mizkewitsch sein Zyklus „Krim-Sonette“.


Im Frühling 1826 bringt der Redakteur des „Moskauer Telegrafes“ N.Polewoj Adam in die Moskauer Literaturkreise mit. Adam Mizkewitsch ist nun ein gewünschter Gast im berühmten Salon von der Fürstin Wolkonskaja. Hier nähert er sich mit den rusischen Dichtern Boratynski, Wjasemski, Puschkin. Dank der Fürsprache von dem Dichter Shukowski, dem Fürst Golizyn und der Fürstin Wolkonskaja bekommt Mizkewitsch die Möglichkeit ins Ausland zu kommen. Auf der Reise lernt er Goethe, Brjullow, den dänischen Bildhauer Torwaldsen, den amerikanischen Schriftstelluper kennener F.K. In dieser Zeit beginnt Adam sein Hauptwerk „Pan Tadewusch“, das Poem, das man später „Enzyklopädie des Lebens von Litwinen“ nennt.


1834 heiratet Adam Mizkewitsch Schimanowskaja-Wolowskaja – Tochter einer polnischen Klavierspielerin und eines Komponisten. Seine materielle Lage läßt sich in den Zeiten besser zu sein. Deswegen beginnt er zu unterrichten: erstmal an der Akademie in Losana, dann in Paris. Zu seinen Vorlesungen kamen Jorg Sand, San-Bes. Aber auch hier zeigt sich der rebelle Mizkewitsch: in seinen Vorträgen lobt er Napoleon. Das gefällt der Regierung nicht und seine Vorlesungen werden verboten. Und in Paris versucht Adam Mizkewitsch eine tägliche politische Zeitung „Tribüne der Völker“ herauszugeben, die ziemlich bald auch verschlossen wurde.


Adam Mizkewitsch starb in Konstantinopol. Gerade in der Zeit beschäftigte er sich mit seinem neuen Projekt, ein polnisches Legion zu gründen, damit es im russisch-türkischen Krieg gegen Russisches Imperium kämpfte. Damals gab es Gerüchte, daß Adam Mizkewitsch vergiftet wurde. Der Dichter wurde auf dem Friedhof Monmoranci in Paris beerdigt. Später wurden seine Überreste nach Polen gebracht und in einer Nische im Schloß Wawel in Krakow begraben.


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